Krisensichere Kommunikation

Krisensichere Kommunikation

Mai 2016

Iwan Schnyder

, Dipl. El.-Ing. ETH / MAS FHO BAE

Am 18. November werden die Menschen im ganzen Land unsanft aus dem Schlaf gerissen: Ein schweres Erdbeben mit Epizentrum südlich von Basel erschüttert die Schweiz, Süddeutschland und das Elsass. Das Beben richtet schwere Schäden an. Kurz nach dem Erdstoss werden drei Schweizer Kernkraftwerke vom Netz genommen und abgeschaltet, wie dies die Betriebsvorschriften vorsehen, obwohl die Reaktoren nicht beschädigt wurden.

Dieses Szenario entstammt nicht einem Science-Fiction-Roman, sondern bildete 2008 die fiktive Ausgangslage für die Übung „Schweiz Dunkel“, in der 22 Kantone, die Nationale Alarm Zentrale (NAZ) und Experten der wichtigsten Netzbetreiber ihre Prozesse im Falle eines flächendeckenden Stromausfalls überprüften. Eine der wesentlichen Erkenntnisse dieser Übung: Die Sprech- und Datenverbindungen zwischen den einzelnen Führungs- und Stabsorganisationen waren aufgrund des Stromausfalls nicht mehr funktionstüchtig und in dieser Hinsicht lag dringender Handlungsbedarf vor. Als Folge davon entstand die Forderung nach einer 72-stündigen Autonomie des POLYCOM-Sprachfunknetzes der Behörden und Organisationen für Rettung und Sicherheit (BORS) der Schweiz. Diese Anforderung wurde in den darauffolgenden Jahren umgesetzt.

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