Schul-ICT

Erfolgreiche neue Schul-ICT im Fürstentum Liechtenstein

Von der IT-Strategieentwicklung bis hin zur Einführung mobiler Endgeräte

Die Zielsetzung
Um die Neuauflage des Liechtensteiner Lehrplans (Lile) zu erfüllen, benötigten die Schulen im Fürstentum Liechtenstein eine neue ICT-Lösung, die Kinder und Jugendliche befähigt, Medien «zielgerecht, sowie situations- und stufengerecht» zu nutzen und effizient einzusetzen. Die alten Hardwarekomponenten waren nicht mehr bedarfsgerecht und der Einsatz von mobilen Endgeräten verlangte eine Anpassung der ICT-Infrastruktur aller Schulen. Die Netzwerkinfrastruktur der Schulen und die zentrale Backend-Infrastruktur mussten, abhängig von der Anzahl an Endgeräten bei einer 1:1-Ausstattung, redimensioniert werden. Ein zeitgemässer Einsatz von mobilen Endgeräten im Unterricht konnte nur durch einen ausreichenden WLAN-Zugang gewährleistet werden..

Herausforderungen

Im Projektverlauf gab es viele anspruchsvolle Hürden zu meistern. Eine anspruchsvolle Konzeptphase mit mehreren öffentlichen Ausschreibungen nach GATT/WTO führten schliesslich zu wichtigen Entscheiden für langfristige Partnerschaften. Seien dies nun Netzwerkkomponenten, Client-Endgeräte mit einem zugehörigen Ökosystem für die Primarschulen oder die Sekundarstufe I und II, oder schliesslich die technischen Dienstleistungen für den Rollout und den Betrieb. 

Die Konzeptphase zeigte zudem, dass eine zunächst pro Schulstufe geplante Einführung, bei welcher die ersten Klassen jeweils mit neuen Endgeräten ausgestattet werden, aufgrund der technischen wie organisatorischen Abhängigkeiten nicht umsetzbar war. Dies führte zu einem wichtigen ersten Änderungsantrag im Vorgehen, bei welchem eine schulstandortbasierte Einführung vorgesehen wurde. Diese Umstellung bedeutete für viele Schulen ein längeres Warten, da die Infrastruktur-Voraussetzungen zuerst geschaffen werden mussten. Schliesslich konnte der Rollout der Endgeräte fast ein Jahr früher als ursprünglich geplant abgeschlossen werden. Dies ist umso beachtlicher, da viele Rollouts während den Einschränkungen der COVID-19-Pandemie stattfanden. Beispielsweise mussten Rollouts deutlich etappiert werden, um die Vorgaben einzuhalten. 

Neben den technischen und organisatorischen Herausforderungen musste in diesem Projekt auch stets die politische Dimension berücksichtigt werden. Einerseits ist das Schulamt das Aufsichts- und Steuerungsgremium der Schulen und die Landesverwaltung ist gleichzeitig Schulträger der weiterführenden Schulstufen (Sekundarstufe I und II), andererseits sind die Gemeinden Schulträger der Primarschulen und Kindergärten, was auch zu einer Unterscheidung der finanziellen Verantwortung führte. So sind beispielsweise die Finanzbudgets und Infrastrukturen in der Hoheit der Liechtensteiner Gemeinden. Einen besonderen Meilenstein stellt deshalb die Freigabe des Finanzierungskonzepts für die Schulinformatik dar, dank welchem die Informatikumgebung für die öffentlichen Schulen als einheitliche Servicemodell-Lösung angeboten werden konnte. Mit dem Finanzierungsmodell konnten sowohl den rechtlichen Rahmenbedingungen als auch dem Verursacherprinzip Rechnung getragen werden. 

Schliesslich zeigte sich im längeren Projektverlauf auch die Anpassungsnotwendigkeit der Betriebsorganisation. Die Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten wurden nicht nur zwischen den Gemeinden und der Landesverwaltung, sondern auch innerhalb der Landesverwaltung neu ausgerichtet, um eine möglichst nachhaltige organisatorische Entwicklung zu ebnen. Beispielsweise verfügt das Amt für Informatik neu über das Budget der Schulinformatik, deren Weiterentwicklung aber in enger Abstimmung mit dem Schulamt erfolgt. Generell erfolgen die Steuerung und Planung des Betriebs in einem ständig installierten Austausch zwischen den beiden Amtsstellen. Über die bereits etablierte Linienorganisation des Schulamts mit den Schulen können sich auch letztere auf ordentlichem Wege Gehör verschaffen, um sich ändernde Anforderungen für den Betrieb der Schulinformatik einzubringen.

«Die BSG hat das Schul-ICT-Projekt mit Umsicht und Klarheit geleitet. Ihre engagierte und effiziente Arbeitsweise, kombiniert mit der sorgfältigen Berücksichtigung der spezifischen Rahmenbedingungen und einer bemerkenswerten Flexibilität, übertraf unsere Erwartungen deutlich. In diesem umfangreichen Projekt, das alle Schulstufen, Lehrpersonen, Schulleitungen, Schüler und Eltern betrifft sowie bedeutende öffentliche Gelder benötigte, hat die BSG es verstanden, die Projektführung reibungslos und sinnvoll voranzutreiben und alle Perspektiven einzubinden. Ihr entscheidender Beitrag zur Bewältigung der vielfältigen Herausforderungen des Projekts war aus unserer Sicht massgeblich für den Gesamterfolg.»

Frau Rachel Guerra, Leiterin des Schulamtes

Die Vorgehensweise von BSG

Die BSG arbeitete gemäss der vorgegebenen HERMES-Projektmanagementmethode und erstellte fristgerecht die erforderten Lieferergebnisse und Dokumentationen. Dazu zählten in der Initialisierungsphase ein Projektmanagementplan sowie eine Schutzbedarfsanalyse. Für die Konzeptphase (Phase 2) erarbeitete die BSG ein Einführungs-, Finanzierungs- sowie Betriebskonzept. Die für die technische Realisierung benötigten Konzepte wurden von externen Fachspezialisten für die jeweiligen Systemlandschaften erstellt (z.B. Systemkonzept, technisches Realisierungskonzept). Um die Realisierung und Einführung (Phase 3 und 4) zu gewährleisten, verfasste die BSG eine Checkliste für die Einführung, eine überarbeitete Informatik-Richtlinie sowie ergänzende Betriebsdokumentationen.

 

Erfolge
Die terminliche Situation war aus Sicht des Gesamtprojekts sehr erfreulich, da der ursprünglich im Konzept vorgesehene Projektabschluss bereits zwei Monate und der Rollout aller Endgeräte sogar 1.5 Jahre früher erfolgen konnte. Das ermöglichte der BSG, sich im letzten Projektjahr primär auf betriebliche Optimierungen zu konzentrieren. Das Gesamtbudget des Projekts wurde hervorragend eingehalten und um ein Fünftel unterschritten.